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Rongorongo

Rongorongo ist entzifferbar. Die Osterinselschrift aber nicht.
Teil 10
Michael H. Dietrich

In den letzten 3 Folgen wurden die Mondzeichen in Rongorongo bearbeitet.
Dabei fehlte ein Zeichen, das in der gesamten Forschung seit 1864 als gesichertes Mond-Zeichen festgeschrieben ist. Es sind das die Zeichen Nummer 40 und 41 auf der Formentafel 1 von Barthel.
Es war ausgerechnet dieses angebliche Mondzeichen mit dem kleinen Dreieck, das Thomas Barthel 1954 für den „Durchbruch“ in seiner RR-Forschung hielt. Er machte hier keinen Unterschied zwischen einer normalen Mondsichel und der gleichen Sichel mit dem Dreieck.
Ein kleines Objekt (Tablette échancrée) zeigt auf der 5. Zeile der b-Seite das Mondzeichen, das Barthels „Waterloo“ wurde.
 
Barthel erkannte in dem zweiten Zeichen (von links) die Verdoppelung des einfachen Stab-zeichens und übersetzte es mit „toko-rua“. Der Ausdruck „zwei Stäbe“ ist auch als Metapher für „Zwillinge“ zu verstehen. Daneben fand Barthel dann das Zeichen für die Sonne – nach allgemeinem Verständnis bis heute – und daneben das Mond-Zeichen (Barthel 1958 : 65). Er folgerte, dass hier die Sonne und der Mond als himmlische Zwillinge notiert sein müssten. Konsequenterweise musste der deutsche Gelehrte das folgende Zeichen einer weiteren Sonne ignorieren, sonst wären doch anstelle der Zwillinge Drillinge notiert.  
Dass die Mondsichel in der Mitte ein kleines Dreieck zeigt, übergeht Barthel, als gäbe es dieses Detail nicht.
(Interessant ist nun, dass er die Mythologie der Maori Neuseelands heranziehen muss mit der Vorstellung von den Zwillingen Sonne und Mond, weil wir eine entsprechende Überlieferung von der Osterinsel nicht kennen (Barthel 1958 : 240). Das bedeutet aber nichts, denn diese Vorstellung war nun wirklich weit verbreitet in Ozeanien und es gibt keinen vernünftigen Grund anzunehmen, dass die Menschen auf Rapanui es anders sahen).

 
Jahrzehntelang war es auch für mich sicher, dass das hier zu besprechende Zeichen als ein Mond-Zeichen zu verstehen ist – und niemals anders!
Nur auf der Tafel Aruku Kurenga findet man das Zeichen des Vollmondes mit dem kleinen Dreieck in der Mitte.
 

Ich erinnerte mich an die Information, dass der Mond zu einem bestimmten Zeitpunkt als Stern galt. Ich erinnerte mich deshalb, weil ich verwundert war über so viel natur-wissenschaftliches Unverständnis.
 
Johnson/Mahelona 1975 : 4
 
3. Hōkū, the fifteenth night of the Hawaiian month describes the bright moon as a star (Taylor 1969 : 31).
 
In der 15. Nacht einer Lunation zeigt sich der Vollmond, der aus Sicht hawaiianischer Astronomen/Astrologen in just dieser Nacht als Stern galt. Die Information kommt von Inseln auf ca. 20° Nord, deshalb ist ja auch das Zeichen für den Vollmond über der nördlichen Hemisphäre gewählt worden. Ohne das Dreieck wäre es ein normales Zeichen für den Vollmond, mit dem Zusatz des kleinen Dreiecks wird der Mond in Rongorongo zum Stern erklärt. Die Mondsichel mit dem Dreieck sagt nun exakt das Gegenteil aus und erklärt diese Erscheinungsform des Mondes zum Stern!
Genau diesen Stern gilt es zu finden und das ist nichts anderes als die Suche nach der Stecknadel im Heuhaufen, die ja oft genug erfolgreich war. Gelingt es auch diesmal, ist das Dreieck als Hinweis auf „Stern“ bewiesen.
 
(Das „meaning of design“ ist nach wie vor der Schlüssel zum Verständnis von Rongorongo und nicht reine Fantasietexte von Osterinsulanern, die mit Rongorongo so viel zu tun haben, wie die persönliche Familiengeschichte der Leser mit dem kaiserlichen Hof in China).
 
Niemals kann in Rongorongo eine Mondsichel für den Vollmond stehen, weil es Vollmond-Zeichen gibt!
(Das lässt sich nicht einmal so hinforschen!)
 
Hier eine Auflistung der Belegstellen der Mond-Zeichen mit Dreieck, soweit sie in den beiden Abschriften von Barthel und Fischer zu erkennen sind.

 
 

Es könnte weitere Zeichen der Mondsichel mit Dreieck geben, aber die unzuverlässigen Abschriften sind nicht eindeutig. Interessant ist die letzte Reihe dieser Mondsicheln, die alle ein Zeichen tragen, dass Barthel mit „Federgürtel“ verstand.
 
Meine Erkenntnis geht davon aus, dass das Zeichen der Mondsichel über das kleine Dreieck als „Stern“ verstanden werden kann und dass darüber hinaus das kleine Dreieck immer diesen Bezug herstellt, an jedem Zeichen, an dem das Dreieck zu finden ist.
 
Für die Bestimmung der Zeichen habe ich 3 Methoden entwickelt.
Das generelle Thema aller Objekte ist Astronomie, Navigation und alles das, was damit zusammen hängt. Die Literatur darüber aus 400 Jahren, beginnend mit den ersten Entdeckungen der Inseln im Stillen Ozean und der nachfolgenden Besiedlung, bildet den Grundstock der Informationen, die für das Verständnis von Rongorongo gebraucht werden. Texte von Osterinsulanern sind unproduktiv und haben mit den Zeichen nun wirklich nichts zu tun.
 
1.
Die einfachste Methode besteht darin, die vielen realistischen bildhaften Beschreibungen der Sterne und Planeten, des Mondes, von Sternkonstellationen etc. unter ca. 15.000 Zeichen zu identifizieren. Das ist relativ einfach, wenn man die Zeichen „gespeichert“ hat und in der Literatur eine entsprechende Sternbeschreibung findet, die einem Stern zugeordnet werden konnte, den man als Zeichen in Rongorongo findet.
 
2.
Schwieriger ist das Auffinden von Zeichen, für die es keine realistische, sondern nur eine indirekte, fast schon abstrakte Zeichenbeschreibung gibt. Um solche Beschrei-bungen in einem vorhandenen Zeichen zu erkennen, muss man die elementaren Grundlagen der grafischen Gestaltung kennen. Unbedingt erforderlich für solche Identifizierung ist, die Zeichen-Konzeption von Rongorongo verstanden zu haben. Selbst ein professioneller Grafiker braucht dafür viele Jahre.
 
3.
Mit diesen beiden methodischen Ansätzen konnte ich ca. 80% der Zeichen in Rongo-rongo verstehen. So bleibt nur noch ein kleiner Rest (und nicht mehr 15.000 ), um auch solche Zeichen zu bestimmen, die über teils umfangreiche astronomische Beschreibungen in der Literatur  vorhanden sind, aber keine konkreten Angaben machen in Form von „pictured as . . .“ oder „symbolized as . . .“
 
Das erste Zeichenverständnis aus solchen diffusen Angaben ohne deutliche Hinweise, entstand ganz allmählich nach über 10 Jahren Rongorongo-Forschung.
Natürlich bleibt noch ein Rest von Befunden, die ich mit keiner Methode beweisbar erklären kann – aber, wenn auf der Grundlage von 40 Jahren Rongorongo-Forschung Hypothesen aufgestellt werden, sind das oft genug fundierte Hinweise.
 
Es ist nicht damit getan, ein Zeichen zu bestimmen, der nächste erforderliche Schritt ist der Nachweis aller Belegstellen und die sehr schwierige Aufgabe, das neue Zeichen in allen Variationen zu finden. Die dann erst beginnende Arbeit, den eigentlichen Sinn und Zweck der Zeichenfolgen zu verstehen und beweisbar zu erklären, ist Aufgabe von Fachleuten, deren Professionalität die Astronomie ist. Sie werden mit Navigatoren, mit Fachleuten der Nautik und allen angrenzenden Wissenschaften zusammen arbeiten. In diesem Boot sitzen auch Linguisten, die noch ca. 2.000 Sternnamen übersetzen müssen, die für Rongorongo-Forschung so wichtig sind.
 
(Sollte sich ein Rongorongo-Märchenerzähler als „blinder Passagier“ in das Boot eingeschlichen haben, soll man ihn Neptun übergeben).
 
Von den vier bedeutendsten Atua, den vergöttlichten Ahnen Tane, Tangaroa, Rongo und Tu, war der Primus inter Pares zweifelsfrei Tane oder Kane. Er schuf das sichtbare Universum, trennte den Himmelsvater Rangi von der Erdmutter Papa, platzierte die Sterne am Himmel, zog mit einem Angelhaken Neuseeland aus dem Meer und galt dort bei den Maori als die Verkörperung der Sonne. Tane war der Herrscher über das Land und alles, was auf ihm wuchs und lebte. Sein Bruder Tangaroa war der Herrscher des Meeres und über alle darin lebenden Wesen. (Die schöpferischen Taten, die Tanes große Bedeutung in den Mythen der ozeanistischen Völker begründen, sind reichhaltig über die Literatur belegt).
Die sternkundigen Weisen in Hawaii kannten einen Stern, den sie mit dem Hero Kane in Verbindung brachten.
 
Makemson 1941 : 140
 
„Kane was a star which appeared above the moon and was listed by Kamohoula as a „star of the third class“.  Whether the classification referred to its brightness or its position in the sky was not defined. The interesting fact about Kane was that it was visible only a certain times and than only to priests and astrologers. When it was seen, it foreboded the death of the king or a high chieftain. The discription suggests a variable star such as Mira.
 
Das ist ein typischer Text der 3. Kategorie meiner Forschung zur Bestimmung von Zeichen über alte Quellen. Unsere Ahnen hätten einem so bedeutenden Urvater sicher den hellsten Stern am Himmel zugeordnet, dieser wäre dann Sirius gewesen. Polynesische Denkweise ist aber diametral zu unserer. So ist es geradezu zwangs-läufig, den Hero Tane mit einem Stern in Verbindung zu bringen, der dem gemeinen Volk nicht bekannt war, der sich so anders und außergewöhnlich verhält und nur den Eingeweihten bekannt war, dass seine Erscheinung am Himmel in der Nacht nur von der privilegierten Priesterkaste gesehen werden konnte. Ein Stern, der den nahenden Tod eines Ariki, eines Königs, oder zumindest den eines hochrangigen Häuptlings vorhersagte, konnte kein normaler Stern sein. Sternwissen in Polynesien und darüber hinaus, war nicht für das einfache Volk bestimmt. Die Auserwählten und Eingeweihten, die Geheimnisträger mit Mana und der Macht der Tabus, die nur sie verhängen durften, hatten auch das Wissen über die Sterne und deren Bedeutung. Der Stern Kane als sichtbare Erscheinung am Himmel in der Nacht, musste eine Verhaltensweise zeigen, die man sich nicht erklären konnte und das Wissen darum blieb bei denen, die darüber ihre Macht begründeten.
 
Wenn nun die amerikanische Astronomin Maud Makemson aus der Information des hawaiianischen Astrologen/Astronomen Kamohoula die Vermutung ausspricht, dass die Beschreibung des Sternes Kane auf den Stern Mira im Sternbild Cetus zutreffen könnte, ist das ein ernsthafter Hinweis, den es zu überprüfen gilt, was ja auch relativ einfach ist. 

Es bedarf keiner näheren Erklärung, dass wir ohne unsere immensen naturwissenschaftlich/ astronomischen Kenntnisse Rongorongo niemals verstehen würden. Mythologische Vorstellungen erklären keine Himmelsmechanik!
 
Was wissen wir heute über den Stern Mira?
 
Er gehört zum Sternbild Cetus (Wal) und verhielt sich unerklärbar für die Menschen in damaliger Zeit, indem er immer wieder ohne Vorankündigung verschwand. Es war Johannes Hevelius, der diesem Stern 1662 den Namen „Stella Mira Ceti“ gab, übersetzt: „der verwunderliche Stern im Walfisch“.
In seinen hellsten Phasen ist Mira leicht mit freiem Auge sichtbar, wird jedoch regelmäßig schwächer und ist dann eben nicht mehr mit bloßem Auge zu beobachten. Für die Astronomen auf den Inseln im Pazifik war es nicht vorhersehbar wann Kane unsichtbar wurde und wann er wieder am Himmel erschien. Eine naturwissenschaftliche Erklärung, warum dieser Stern sich so eigenartig verhielt, kannten sie ohnehin nicht - und hätten ihr auch keinen Glauben geschenkt. Ihre mythologischen Erklärungen galten ihnen mehr

 

 
Rongorongo ist doch nicht aus unserem Verständnis von astronomischen Aufzeichnungen entstanden und es ist schon gar nicht für unser Verständnis konzipiert.
Der außergewöhnliche Stern Kane kann in Rongorongo nur über ein außergewöhnliches Zeichen symbolisiert werden. In dem Zeichen einer Mondsichel, die lediglich ein kleines Dreieck „angehängt“ bekommt, wurde von Anfang an das gesehen, als das es von „ nicht Befugten“ gesehen werden sollte: als ein Mondzeichen. Dass aber tatsächlich ein Stern gemeint ist, konnte die Tarnung über 150 Jahre perfekt verschweigen. Die kleine Schwachstelle der Maori Rongorongo war doch nur, den Vollmond über das kleine Dreieck zum Stern zu bestimmen.
Nur 2 Vorkommen unter den ca. 15.000 Zeichen waren genug, um zu verstehen, was wir eigentlich nicht verstehen sollten.
 
Bei der Untersuchung aller Vorkommen des Zeichens wurde mir immer klarer, dass es niemals ein Mondzeichen sein kann, weil es mit Zeichen für Sterne verbunden ist. Eine Verbindung von Mond und Sternen ist aus navigatorischer Sicht unmöglich.
Der Mond rast Nacht für Nacht über den Himmel. Alle 15 Minuten hat er sich um seinen vollen Durchmesser bewegt. Die navigatorische Angabe einer Konstellation von „Mond und Stern“ hätte eine Gültigkeitsdauer von wenigen Minuten. Schon in der nächsten Nacht wäre diese Beobachtung nicht mehr genau so, wie in der Nacht davor, weil der Mond jede Nacht um einige Grade versetzt am Himmel erscheint und niemals an exakt der gleichen Stelle wie in der Nacht davor.
 
(Es kann doch sein, dass im Zusammenhang mit RR noch nicht die richtigen Fragen gestellt wurden. Dann gäbe es noch nicht die richtigen Antworten! Das  grundsätzliche Problem jeder Forschung hatte Albert Einstein bereits formuliert:
 
We can’t solve problems by using the same kind of thinking we used
 when we created them.
 
 
Seit 150 Jahren werden nur Texte gesucht und Rongorongo kategorisch zur Osterinselschrift bestimmt ohne dass nachvollziehbare Beweise vorgelegt wurden. Das Denken hat sich nicht verändert seit 150 Jahren – deshalb gilt RR als unentzifferbar, weil die Pseudo-Forschung es dazu gemacht hat.
Für jede Forschung gilt der Grundsatz, sich vor dem „Zirkel“ in Acht zu nehmen. Für Rongorongo-Forschung kommt aber darüber hinaus noch die permanente Gefahr dazu, alles über die „eurozentristische Logik“ erklären zu wollen, aber:
Es muss nicht immer logisch sein!
 
Es muss funktionieren! Intuition ist für RR-Forschung wichtiger als Wissen, Regeln, Normen, Vorschriften, Statistiken und die gesicherten Erkenntnisse).

 



 
Hier sind 7 Zeichen abgebildet, die ein gemeinsames Detail aufweisen, nämlich das Zeichen eines senkrechten Kerbstriches mit unterschiedlich vielen Winkeln.
Wieder ein unscheinbares Detail von fundamentaler Bedeutung. Es sind stark vereinfacht „Drachenschwänze“, wie auch wir sie für Kinder basteln in unterschiedlichen Formen und einen Schwanz anbringen, der den Drachen steuerbar macht und ihn in der Luft stabilisiert.

 
 
 

 
Der Brauch des Drachenfliegens war in der Südsee weit verbreitet, wie wir aus seriösen Berichten wissen, aber keineswegs nur als Spaßvergnügen, sondern mit einem rituellen Hintergrund. Und den kennen wir!
 
Etwa 12 Jahre nach der Entdeckung von Rongorongo auf der Osterinsel im Jahr 1864 erschien 1876 das Buch:
 
MYTH AND SONGS FROM THE SOUTH PACIFIC
 
Rev. William Wyatt Gill ( 1828 – 1896) hatte seine Informationen und Erfahrungen aufgeschrieben, die er auf der Insel Mangaia (ca. 20° südlicher Breite) sammelte. Sie gehört heute zu den Cook-Inseln mit der Hauptinsel Rarotonga. Benannt wurden diese Inseln nach ihrem englischen Entdecker, James Cook, im Jahr 1777. Aber weil er mit Steinhagel und drohend geschwungenen Äxten empfangen wurde, zog er es vor, weiter zu segeln, ohne sich auf Mangaia umzusehen. Das war eigentlich nicht seine Art.
 
Gill beschrieb den mythologisch begründeten Brauch des Drachenfliegens auf Mangaia und er fertigte Zeichnungen solcher Modelle an, die er auch noch ausführ-lich beschrieb und damit einen Beitrag zur RR-Forschung lieferte, den ich 150 Jahre später las und damit ein ganzes Bündel von bisher unbeantworteten Fragen schlagartig verstehen und erklären konnte.
 
Hier bespreche ich nun einen Drachen von Mangaia, aber nicht so ausführlich wie Gill ihn beschrieb:

 
 









Oberhalb von Antares befindet sich die Ekliptik, daher wandern die Sonne, der Mond und die Planeten durch das Sternbild. Was wir als den Schwanz des Skorpions erkennen, war in Polynesien ein großer Angelhaken, mit dem der Hero TANE die Insel Neuseeland aus dem Meer emporzog. Natürlich gibt es das Zeichen eines Angelhakens, das später zu besprechen ist. Antares hatte zwei Frauen, das sind die beiden Sterne rechts und links in fast gleichem Abstand zum Alpha-Stern im Skorpion.
 




 
 
Wie bereits eingangs erwähnt haben wir das Zeichen der Drachenschwänze mit 2 bis 8 Winkeln. Nach meinen Untersuchungen sind die sehr wenigen Zeichen mit mehr als 6 Winkeln mit den Plejaden zu erklären. Die Zeichen mit 2 Winkeln halte ich eher für einen „Abschreibfehler“ als für eine Notation. Sie sind sehr selten. Das Problem sind allerdings die sehr zahlreichen Vorkommen mit 5 Winkeln, über die wir von Gill nichts erfahren. Man muss aber kein Prophet sein, um davon auszugehen, dass auch diese Zeichen Sterne bedeuten.
 
Nun muss überprüft werden, ob denn die Zeichen der Drachenschwänze mit ihren Winkeln zu Notationen von dem Stern Mira passen. 

 



 
Interessant ist seine Beschreibung des Zeichens:
 
Barthel 1958 : 226
„Das Symbol des Himmels, Zeichen 9 mit Lesewert „rangi“, besteht aus einem Stab mit dreieckiger Spitze, die links und rechts je ein Horn trägt“.
 
Diese Zeichenbeschreibung ist unzutreffend, denn Barthel hatte nicht gesehen, dass es eine durch zwei Bögen gebildete Form ist, die auf einem Stabzeichen sitzt. „Spitz“ und „Himmel“ sind so widersprüchlich, wie „Hölle“ und „kalt“. Nie erkannt hatte er darüberhinaus, dass es sich nicht um zwei getrennte Hörner handelt, sondern um eine Mondsichel. Wenn die Zeichenbeschreibung bereits „daneben“ ist, kann die Zeichenerklärung natürlich nicht stimmen.
 
(Der „Vater des Rongorongo-Irrtums“, der österreichische Wissenschaftler Heine-Geldern, erkannte in dem Zeichen ein Haus im Stil der Batakbauten auf Sumatra mit kreuzenden Satteldächern.(Heine-Geldern 1938, 886 – 888)
 
Ich kann belegen, dass das Zeichen für den Stern Aldebaran und den Stern Antares steht! Das zu beschreiben, zu erklären und über Beweise zu manifestieren, ist eine längere und gesonderte Arbeit. Hier ist das Zeichen nur an einem einzigen Vor-kommen zu besprechen und das muss für diese Arbeit genügen. 

 

 

Von südlichen Breiten mit Blickrichtung nach Norden befinden sich die Plejaden immer rechts von Mira, wie die Zeichnung es zeigt:
 
In der Gegenrichtung stehen die Sterne immer genau anders herum. Anbindungen sind niemals ein Zufall oder der Willkür des Meisters überlassen.
 
 
(Alle Zeichenerklärungen, die ganz simpel sind, haben sich für mich als zutreffend erwiesen.
RR-Zeichen können eben einfach erklärt werden, weil deren Urheber Menschen waren ohne naturwissenschaftlichen Forscherdrang. Alles, woran sie glaubten und was sie wussten, kam aus ihrer Beobachtung der Natur. Die Natur, wie wir sie sinnlich wahrnehmen können, ist relativ einfach strukturiert und war für diese Menschen ein Buch, in dem sie lesen konnten, was man zum Leben und zum leben nach dem Leben brauchte.
Die Philosophie der Menschen auf den Inseln im Pazifik bestand ja auch nur im simplen Kausalitätsprinzip und das kennt Ursache und Wirkung – mehr nicht!)

Die Zeichen für die Drachenschwänze habe ich nicht entdeckt, diese wurden bereits beschrieben, (Barthel 1958 : 298-300). Darauf gehe ich nicht näher ein, verweise aber nachdrücklich darauf, dass Barthel weder die Anzahl der Winkel berücksichtigt, noch die Anbindungen oben oder unten, rechts oder links. Er behauptete, darin Rongorongo-Stäbe mit Federgirlanden als ethnografisches Inventar von der Osterinsel erkannt zu haben.
 
(Bei aller Kritik an den Abschriften von Barthel und Fischer muss fairerweise gesagt werden, dass bis heute niemand auf der ganzen Welt wusste, wie wichtig die Anzahl der einzelnen Winkel für das Verständnis von RR wirklich ist. Dazu kommt, dass beide Kopisten zum Teil jedenfalls nur nach unzulänglichen Vorlagen arbeiten mussten. Niemand konnte ihnen erklären, worauf zu achten war).
 
Auf der Tafel Tahua finden wir Mira mit der Anbindung  des Drachenschwanzes mit 5 Winkeln zunächst links, dann und nur einige wenige Zeichen weiter, die Anbindung rechts.

 

 
Irgendwann kam ich auf die Idee, dass die Winkelzeichen zwar Sterne symbolisieren, aber möglicherweise nicht nur und ausschließlich als Verbindung zu anderen Sternen verstanden werden müssen, sondern den Stern, an dem sich solche Winkelzeichen befinden, näher beschreiben. Und Maud Makemson konnte mir die Frage beantworten:
 
Makemson : Hawaiian Astronomical Concepts
(American Anthropologist Vol. 40, No. 3, p. 592)
 
Na Hoku Pa „the inclosure stars,“ is here said to be identical with Leo, no authority being given. From the accompanying sketch of Na Hoku Pa and the statement that this constellation is sometimes paralleled with the stars of Humu, Aquila, I am inclined to identify it with the head of Cetus.
 
Die Hypothese der amerikanischen Astronomin ist der wohl wichtigste Hinweis zum Verständnis der Drachenschwänze zusammen mit den Informationen des englischen Missionars William Wyatt Gill (1828 – 1898), die er über den Brauch des Drachen-fliegens in Mangaia sammelte.
 
Ein Blick an den Himmel zeigt unwiderlegbar und nicht „wegforschbar“, dass der Kopf des Sternbildes Cetus aus 5 annähernd gleichhellen Sternen gebildet wird. Diese 5 Sterne befinden sich von nördlichen Breiten am Südhimmel eindeutig links oberhalb von Mira, am Nordhimmel von südlichen Breiten aus beobachtet finden wir diese 5 Sterne, die den Kopf des Walfisches bilden, rechts unterhalb von Mira.
Die Winkelzeichen links oder rechts sind ein für allemal kein Zufall und unterliegen nicht der Willkür des Maori Rongorongo, sie beliebig rechts oder links anzubinden. Sie sind immer eine zwangsläufige Notation, die so aussehen muss, wenn man z.B. das Zeichen für den Stern Mira an den beiden Himmeln differenziert.
 
Das ist für die RR-Forschung eine sehr bedeutsame Feststellung, die an weiteren Vorkommen überprüft werden muss.
Wir kennen nur einen Himmel, polynesische Astronomen unterschieden zwei Himmel und deshalb genügte es auch nicht, lediglich „Mira“ zu notieren, sondern Mira  beobachtet von der Nord- oder Südhalbkugel der Erde.!

 

Längst arbeiten Astronomen mit ihren Karten in der Farbumkehr. Der wirkliche Blick an den Himmel zeigt eindrucksvoll die 5 Sterne, die Sirius in seiner Nachbarschaft hat. Ob es wirklich die von mir verbundenen 5 Sterne waren, mögen die herausfinden und belegen, die es besser können und wissen. Mein Vorschlag soll demonstrieren, dass 5 helle Sterne in unmittelbarer Nähe von Sirius zu finden sind und zwar genau da, wo es ein Maori Rongorongo auf der Tafel Tahua an dem Zeichen für Sirius angegeben hat: rechts von dem Stern.
 



Es gibt weitere Sternkonstellationen mit fünf Sternen, sowohl am Himmel im Norden als auch am Himmel im Süden. Der Schwanz des Skorpions war ebenfalls ein Kanu oder ein Angelhaken. Zwei weitere Beispiele für den 5-winkligen Drachenschwanz folgen hier:







Di

Notation auf Cb 3 ist nicht ganz korrekt. Da hatte der Meister wohl nicht darauf geachtet, dass er die Winkel nach oben hätte kerben müssen und nicht nach unten. Aber solche (und andere kleine) Fehler lassen sich häufig in den Notationen finden. Nobody is perfect!   
 

 
 
Mit 6 Winkeln sind 6 Sterne gemeint und das sind in der Regel dann die Sterne im Sternhaufen der Plejaden. Und erneut weise ich daraufhin, dass es auch andere Monate sein können, als die von mir angegebenen.
Die Notation auf der Tahua, Belegstelle Aa 7, zeigt an dem Zeichen für Algol noch zusätzlich die Hand für Norden, was nun eine erneute Bestätigung der richtigen Bestimmung für dieses Handzeichen ist.
 
Die eher unscheinbaren Zeichen der Drachenschwänze werden mehr und mehr zum fundamentalen Verständnis für Rongorongo.
Auf der 3. Zeile der Tafel Tahua findet sich eine kleine Sensation. Hier die komplette Zeile Ab 3 aus den Abschriften von Barthel:

 

 
Die Winkelzeichen zwischen den Abschriften von Barthel und Fischer  sind unter-schiedlich. Ich gehe aber davon aus, dass insgesamt 29 Zeichen mit 6 Winkeln für die Plejaden auf dieser Zeile verzeichnet wurden. Eine exakte Überprüfung des Originals wird das möglicherweise bestätigen. Ob darin bereits eine kalendarische Information steckt eines (siderischen) Plejaden-Monats, werden andere bearbeiten und herausfinden.
Insgesamt 6 Vorkommen dieses Vogelzeichens sind die kleine Sensation, wie ich meine:

 

 
Wenn es keine Verbindung ist zwischen einem Stern und den Plejaden, wäre es doch möglich, dass das Zeichen die Plejaden selbst meint. Tatsächlich gibt es dafür eine Quelle, die das beschreibt.
 
Die Überlieferung von der Entdeckung der Insel Hawaii durch Hawaii-loa und seine 8 Navigatoren ist mir in der Rongorongo-Literatur als eine Quelle niemals begegnet.
In der Nacht vor der Entdeckung segelte das Boot unter der „himmlischen Führung“ von Jupiter und Aldebaran. Oberhalb des Planeten und des Sterns waren die Plejaden ein weiteres Merkmal für die Navigation. Der Dialog für den Kurs in der Nacht vor der Entdeckung der Insel zwischen dem wachhabenden Navigations-Offizier und seinem Kapitän ist wörtlich überliefert:
 
(Makemson 1941 : 5)
 
„Let us steer the vessel in the direction of Iao, the morning star, the discoverer of land. There is land to the eastward and yonder is the red star Hoku-ula to guide us. The land is in the direction of those stars which resemble a bird“.
 
Die Legende gibt dann folgende Erklärung:
 
„Hawaii-loa accepted the omen and its interpretation by his chief officer and the „stars which resemble a bird,“ the Pleiades, guided the ship to the island of Hawaii.“
 
Das sind die Informationen, die es uns ermöglichen, zunächst die Zeichen zu verstehen, bevor wir erkennen können, was tatsächlich in Rongorongo notiert wurde.
Dass die Plejaden in der Erscheinung eines Vogels gesehen wurden, ist mir nur von Hawaii bekannt. Dieses Vogelzeichen befindet sich mit 6 Vorkommen auf der Tafel Tahua.
 
(Ich gehe davon aus, dass kein Zeichen „erfunden“ wurde, es war alles schon da und bekannt. Die Meister haben lediglich ihr Handwerk verstanden und die Umsetzung aus konkreten und abstrakten Vorstellungen visualisiert. Das ist das Kerngeschäft der Grafik. Von 40.000 Jahre alten Felsbildern bis hin zu icons gibt es eine ununterbrochene Linie. Die Meister haben über Jahrtausende hinweg den Stab weitergereicht, so, wie auch wir heutigen es als Vermächtnis tun werden. Kunst hat mit kurzatmiger Zeitgeschichte wenig zu tun. Kunst hat ihre eigene und ewige Geschichte.
Bisher gab es keinen RR-Forscher, der über Grafik-Kenntnisse verfügte. Dazu gab es ja auch keine Notwendigkeit. Von Anfang an ging man davon aus, dass Rongorongo Schrift ist, deren Zeichen leicht zu verstehen sind. So war es zwangsläufig, dass Linguisten und Ethnologen gefragt waren, die glaubten, ein so einfaches System von leicht verständlichen bildhaften Zeichen erklären zu können. Aber das ist so schiefgegangen wie der Bau unsinkbarer Schiffe, die allesamt auf dem Meeresboden liegen).
 
Man muss sich immer wieder bewusst machen, dass die Maori Rongorongo unter allen Umständen verhindern wollten, dass ihre Erfindung von astronomischen Notationen mit bildhaften Zeichen von Nichteingeweihten verstanden wurde. Die Tradition der mündlichen Überlieferung nur an auserwählte Geheimnisträger, funktionierte bis zum Schluss. Es gab keinen Menschen mehr in Polynesien, der auch nur ein einziges Zeichen erklären konnte. Wenn es noch Menschen gab, die sachdienliche Hinweise hätten geben können, so haben sie geschwiegen – wie das über sie verhängte Tabu es forderte.
Aber es gab einige, die nichts zu sagen hatten und auf denen kein Schweigegelöbnis lag, die von Anfang an als Kronzeugen der „Osterinselschrift“ vorgeführt wurden und noch immer werden.
 
Mir war schon ziemlich früh aufgefallen, dass es offensichtlich zulässige Variationen gab in der „Schreibweise“ einzelner Zeichen. Wer bewusst falsche Spuren legt, macht vielleicht nur einen Fehler – aber er macht Fehler! Als im Laufe vieler Jahre meine Beobachtungen immer mehr in kleine und allerkleinste Details gingen verstand ich Zeichen und Zeichenkombinationen, die mir davor nicht sagten, was sie bedeuten. Hier noch einmal ganz genau hinzusehen, war erst ab 1997 möglich, denn nun gab es Vergleichsmaterial von Fischer mit den Abschriften von Barthel.

 
Die Menschen in der Südsee ließen nicht nur Drachen steigen, ihre sternkundigen Männer kannten natürlich auch Sternformationen als himmlische Drachen. Sogar ein Laie kann unschwer erkennen, dass man in dem Kreuz des Südens mit einer anderen linearen Verbindung ganz einfach die Form eines Drachens erkennen kann. Auch das größere Sternbild Bootes ist bei einer anderen Verbindung ein großer Drache. Das Quadrat der Sterne des Pegasus kann ebenfalls als ein eckiger Drachen gesehen werden und es könnte noch mehr davon gegeben haben am Nachthimmel über der Südsee.
Natürlich sind diese rautenförmigen Drachen als Zeichen in Rongorongo vertreten. Auch der Flieger in eiförmiger Gestalt ist als Zeichen zu finden.
 
Für die Bedeutung beider Zeichen sind gesonderte Ausarbeitungen erforderlich.
Leider sind es ausgerechnet die Zeichen der Drachen, die von den Kopisten weder verstanden noch richtig gesehen wurden. Die beiden Abschriften sind für diese Zeichen eine einzige Katastrophe.
 
Mit dieser 10. Folge beende ich die Reihe der Publikationen in Fortsetzung. Künftig werde ich nur noch einzelne Zeichen besprechen.
 
Es war von Anfang an zu erwarten, dass dieser neue Ansatz zum Verständnis von Rongorongo auf wissenschaftlicher Ebene nicht zur Kenntnis genommen wird. Der  geforderte Paradigmenwechsel würde der derzeitigen Science Community den Boden unter den Füßen wegziehen. Früher wurde das Neue bekämpft, heute wird es verschwiegen, was noch effektiver ist.
Das „meaning of design“ zu verstehen, ist nach wie vor das zentrale Anliegen meiner Forschung. Wenn ein System von Zeichen als „Schrift“ erkannt werden konnte und das mit seriösen Beweisen vorgetragen wurde, ist ein Verständnis nur möglich, wenn die dazu gehörende Sprache bekannt ist. Das ist die ultima ratio in der Wissenschaft der Entzifferung. Sind die bildhaften Zeichen aber sprachunabhängig, müssen andere Wege beschritten werden. Es kommt zunächst darauf an, zu erkennen, um welche Art von Aufzeichnungen es sich handelt. Nach meinen Untersuchungen konnten genügend seriöse Anhaltspunkte gefunden werden, um zu erkennen, dass die zentralen Themen der Menschen in der Südsee, nämlich  Astronomie und Navigation, das einzige Thema der Notationen sind. Hier beginnt der Konflikt mit der vergangenen und derzeitigen Rongorongo-Forschung, der leider nicht ausgetragen wird. Jede Forschung, die Rongorongo als Schrift mit notierten Texten zwar sehr fragwürdig und ohne nachvollziehbare Beweise vorträgt, wird auf der Stelle widerlegt – aber hochgelobt, denn sie sei astrein „on strategy“.
 
Für Rongorongo-Forschung ist die Quellenlage ausgezeichnet, sie könnte überhaupt nicht besser sein. Da ist zum einen die reichhaltige Literatur über die Geschichte und Kultur der Menschen in Ozeanien, aus der sich gut die Hälfte der Zeichen und ihrer Bedeutung verstehen lässt. Aber der zweite Teil ist mindestens genau so wichtig und liefert alle die Informationen, die sich aus der vorhandenen alten Literatur nicht mehr erschließen lassen. Diese schier unerschöpfliche Quelle hat einen Namen:
 
Internet
 
 
Die Anzahl und enorm hohe wissenschaftliche Qualität der zahlreichen Beiträge im Internet über das alte Wissen polynesischer Astronomen und Navigatoren ist eine Quelle für Rongorongo-Forschung, die erst vor ca. 20 Jahren zu sprudeln begann. Mit dem Nachbau des ersten Doppelkanu, der Hokule’a, und den dann beginnenden „non instrument“ Reisen im Pazifik, erwachte Rongorongo aus dem Tiefschlaf, in den es von europäischen und amerikanischen Wissenschaftlern versetzt wurde.
 
Es ist absolut einmalig, dass wir für ein altes Problem neues Wissen nahtlos und uneingeschränkt nutzen können. Warum? Weil das neue Wissen das alte ist und vice versa! So einfach ist das.
 
Rongorongo hat zwei Dimensionen. Das astronomische Wissen um Sterne zur Navigation und zu allen Anweisungen über das Jahr verteilt für Farmer und Fischer, für Priester, Häuptlinge und das gemeine Volk, ist sicher sehr alt und ist mit den ersten Siedlern aus ihrer Heimat irgendwo in Insel-Asien mitgebracht worden. Sternwissen ist uralt. Rongorongo-Artefakte sind allenfalls 200 Jahre alt. Diese Notationen sind „abgeschrieben“ vom Himmel in der Nacht. In der Astronomie sind 1.000 Jahre nicht länger als ein Wimpernschlag. Es sind die gleichen Sterne und Sternbilder, die die ersten Siedler leiteten. Es ist der gleiche Mond in seinen Bahnen, den die ersten Siedler beobachteten. Die scheinbare Bahn der Sonne in der Nacht ist die gleiche, wie vor hunderten von Jahren. Das Meer und die Wellen, der große Ozean ist der gleiche, den die Eroberer der pazifischen Inselwelt befuhren. Nichts hat sich verändert!
Es ist alles noch genau so, wie es war, als polynesische Navigatoren  notierten, wie sie ihre zielorientierten Fahrten auf tausende von Seemeilen beherrschten.
Es sind noch immer die gleichen guiding-stars, die Boote nach Hawaii und nach Neuseeland, zur Osterinsel und zu jedem Ziel führen, wie vor hunderten von Jahren. Nichts hat sich verändert.
 
Die letzten Maori Rongorongo wurden umgebracht und mit ihnen verschwand das alte Wissen. Die zahlreichen Beiträge der Osterinselforschung von Wissenschaftlern und Laien, die das verleumden, sind nicht nur peinlich, sie sind dumm. Es ist möglich, alles das wegzuforschen, was nicht für eigene Zwecke sachdienlich ist, denn Widerspruch in der Wissenschaft hat sich wohl überholt.
 
Das Wissen über Rongorongo-Zeichen ging verloren, das Wissen über Astronomie und Navigation in der Südsee, war aber nicht beschränkt auf Rapanui! Mit dem sagenhaften Mau Piailug, dem Navigator von Satawal begann die alte Tradition der Sternnavigation ihre Renaissance.
Der große David Lewis schrieb 1972 in seinem Buch „We, the Navigators – the ancient art of landfinding in the Pacific“ über Mau:
 
„Mau Piailug is the last man initiated as a ppalu on the island of Satawal. His training began at the age of six, and he was initiated at eighteen. He captained a round-trip traditional voyage to Sapain by canoe before the Hokule’a venture“.
 
Heute, fast 50 Jahre später, ist das alte Wissen der Navigatoren wie „Phönix aus der Asche“ auferstanden zu neuem Glanz und Glorie.
 
In diesem Beitrag habe ich eine Erklärung vorgelegt für die kleinen Dreiecke an vielen Zeichen in Rongorongo. Ich habe sie mit Sternen in Verbindung gebracht.
Im Internet findet man unter
 
http://pvs.kcc.hawaii.edu/lke/hookele/hawaiian_star_lines.html
 
einen Beitrag mit dem Titel: Hawaiian Star Lines and Names for Stars.
 
Leider ist der Autor nicht genannt, aber man findet viele weitere Artikel zur Astronomie und Navigation im Pazifik auf den zahlreichen web-Seiten der
 
Hawaiian Voyaging Traditions
 
 
 


In Rongorongo gibt es für die Sterne des Dreiecks der Navigatoren natürlich auch Zeichen. Rongorongo ist entzifferbar. Vollständig. Alles, was wir dafür brauchen, ist vorhanden seit langer Zeit und auch erst seit kurzem.
Zuerst gilt es, die Zeichen richtig zu erkennen und zu verstehen. Danach müssen wir nach den bildhaften Beschreibungen fahnden, die uns die Zeichen verstehen lassen. Am Ende werden die heutigen „Mau Piailug“, die ihre navigatorischen Kenntnisse über Fahrten mit den Nachbauten polynesischer Doppelkanus erwarben, Zeichen für Zeichen in einen sinnvollen Zusammenhang bringen.
Die Zeit des „lonely wolf“ im Studierstübchen ist vorbei. Rongorongo-Forschung braucht nach über 400 Jahren der Trennung zwischen Kunst und Wissenschaft wieder einen round table. Das meaning of design führt uns in Boote und dann hinaus auf das Meer. Das Ziel werden wir erreichen, denn

 
the compass may go wrong
the stars never
 

 













 
 
 
 
 













 


























 

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