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Rongorongo

 

Rongorongo ist entzifferbar.
Die Osterinselschrift aber nicht.
Teil 8
Michael H. Dietrich

 
Es kann kein System von Zeichen geben ohne die geringsten Komplikationen. Rongorongo-Meister mussten sich natürlich auch solchen Befunden stellen, die wir so gerne mit „Ausnahme“ bezeichnen. Immer dann, wenn es bei uns gradlinig nicht weitergeht, kommt die Ausnahme ins Spiel.
 
Tu für Osten und „pictured as . . .“ schaffte jedenfalls bei einem der häufigsten Zeichen in Rongorongo Probleme. Zur Lösung habe ich nicht einmal ganze 20 Jahre gebraucht, um das Problem zu verstehen und die sehr kreative Lösung zu erkennen.

Was sagt denn eigentlich das „Bildzeichen“ aus? Beteigeuze war einer der Sterne, die man die Stützsterne nannte, an dem der gewölbte Himmel festgemacht war. Diese Stütze ist in dem Zeichen für den Stern das Stabzeichen. Es kann nicht für Osten stehen. Die sitzende Figur ist von der Stütze unabhängig. Sie symbolisiert einen Atua, einen vergöttlichten Ahn, der aufzupassen hatte, dass die Himmelstütze nicht umfällt und damit möglicherweise der ganze Himmel nach unten kracht. Womit die Urangst der Nordmänner sogar im Pazifikraum feststellbar ist.
 
Barthel hatte erkannt, dass das Zeichen aus dem Sitzenden und dem Stabzeichen zusammengesetzt ist. Er erklärte die Bedeutung mit „der Sänger mit seinem Stab“ und weiterführend als der „Rongorongo-Meister“.
Mit mehr als 150 Vorkommen ist damit Beteigeuze längst nicht komplett in Rongorongo notiert.

 

Wenn nun die erste Information Beteigeuze und die zweite Information Osten nicht mehr voneinander getrennt werden, sondern ineinander übergehen, sieht das Zeichen so aus:
 

 
Aber auch auf der gleichen Tafel - und sogar in der gleichen Zeile - befinden sich normale Beteigeuze-Zeichen. Der Meister hatte also gewiss gute Gründe, die Zeichen zu differenzieren und damit zu präzisieren. 
 

Die bildhafte Analyse einer Zeichenverbindung auf der Kleinen Santiagotafel braucht keine verbalen Erklärungen. Das ist ein so eindeutiger Befund, der erst als solcher von mir erkannt wurde, als ich in der Lage war, die Ordnung im Chaos zu erkennen.
 
Damit sind bereits jetzt mehrere Bedeutungen für das einfache Stabzeichen bekannt:
 
1. Es wird als Trenner eingesetzt
2. Es ist ein Zeichen für die Himmelsrichtung Osten.
3. Es wird als „Träger“ gebraucht, um andere Zeichen anzubinden.
4. Es wird aber auch als Osten verstanden in Verbindung mit anderen Zeichen


 
Und das ist längst noch nicht alles, wofür das Stabzeichen eingesetzt wurde. Hier muss man hellhörig werden, denn solche Befunde gelten auch für andere Zeichen.
Rongorongo notiert in Schlangenlinien, was am Himmel in der Nacht in einer geordneten Formation verläuft.
(Und wieder ist ein Dominostein umgefallen!)

 
Meine Behauptung, dass die sternkundigen Männer in Polynesien teilweise nur vom Himmel „abgeschrieben“ haben, was sie mit eigenen Augen sahen – Nacht für Nacht – ist beweisbar. Kein Strich in den Rongorongo-Zeichen ist zufällig, unüberlegt, ungenau, irreführend.
Weil ihre Dokumentation absolut objektiv ist in Bezug auf die Konstellationen der „heavenly bodies“ und von uns nachvollzogen werden kann, ist Rongorongo nach und nach zu verstehen. Die Beobachtungen der sternkundigen Männer zur zielorientierten Navigation im Pazifik sind noch heute die gleichen wie zu ihrer Zeit.





 
Ich mache keinen Hehl daraus, dass Rongorongo-Forschung ständig mein Vorstellungsvermögen, meine Fantasie, meine anerzogene und trainierte Denkweise und mein „europäisches“ Empfinden für logisch und unlogisch, für richtig und falsch, überstrapaziert.
Aber gerade diese scheinbar unüberwindbare Hürde, dieser scheinbar zu große Graben, um ihn zu überspringen, sind ein mächtiger Motivationsmotor, die Forschung weiter zu betreiben.
 
Der österreichische Maler Herwig Zens hat es auf den Punkt gebracht:

 
Für den Künstler gibt es nichts Dümmeres als Tatsachen!
 
Tatsachen zu schaffen, objektive Ergebnisse gegen Spekulationen zu setzen, gradlinig und  nachvollziehbar zu argumentieren und eine ganze Latte weiterer höchst vernünftiger, analytisch präziser Argumente und daraus folgende Vorgehensweisen hat sich die Wissenschaft auf ihre Fahne geschrieben.
Mit solchen Werkzeugen kann man Rongorongo nicht begreifen, geschweige denn, auf Augenhöhe kommunizieren.
Anfang Mai 2014 sah ich im Fernsehen einen Beitrag über Navigation. Darin wurde auch ein Polynesier zur Abgabe eines statements gebeten. Dieser Mann war der Urenkel eines einst sehr berühmten Navigators. Er  erklärte gegen jede naturwissenschaftliche Vernunft:

 
Nicht wir bewegen uns – das Ziel kommt zu uns!
 
Wir
haben das Ziel im Auge und steuern es an!
 
Kommt es zu einer Havarie, sagen die einen: das Ziel hat uns verfehlt – und die anderen, das Ziel verfehlt zu haben.
 
Rongorongo verlangt, eigenständig in Bildern zu denken – das haben wir nicht verlernt, das wurde (und wird) uns ausgetrieben von Geburt an. In Bildern zu denken bedeutet nicht, in einer Zeit der Bildüberflutung mit vorgefertigten Antworten alles abzunicken, was man im Grunde überhaupt nicht versteht. In Bildern zu denken für ist alle, die Umdenken für eine Schwäche halten, immer der falsche Weg. Das Beharren an längst als unzutreffend erkannten Vorstellungen, ist die Superbremse für jede Forschung. Die derzeitige, einseitig linguistisch ausgerichtete  Rongorongo-Forschung, kann niemals Erkenntnisse liefern, so lange das unbewiesenen Diktat einer Schrift von der Osterinsel als conditio sine qua non plakatiert wird. Die Erde ist eben keine Scheibe!

 
 
„Birds are navigator’s very best friend“
 
(Teeta, ein polynesischer Navigator, erklärte das 1970 seinem Freund und Kollegen David Lewis.)
 
„Diamonds are a girl’s best friend“
(Marylin Monroe 1949)
 
Die Vogelzeichen in Rongorongo sind eine üble Falle, in die bisher jeder Rongorongo-Forscher hineingefallen ist, der Texte in den Zeichen suchte. Ihre sehr realistische Form verleitet dazu, in diesen Zeichen reale Vögel zu erkennen und dann zu übersetzen mit „manu“, der häufigste Begriff für das Federvieh.

Als Maler traue ich mir zu, einen Vogel mit „schnellem Strich“ zu zeichnen. Wenn es aber um die Bestimmung der Spezies geht, gibt es Ornithologen, die das besser können.
So war es für mich selbstverständlich, die Vogelzeichen mit einem Fachmann zu besprechen, der mir Hinweise gab und mich auf Details hinwies, die ich selbst vorher nicht erkannte.
 
 
Ein sehr häufiges Vogelzeichen in Rongorongo ist dieses, gelistet bei Barthel unter der lfd. Nummer 600:

 


 
Zunächst ist das aber wieder einmal alles andere als ein gradliniges, einfach erklärbares Zeichen. 
Immer dann, wenn ich realistische Zeichen untersuchte, habe ich (aus meiner Sicht vollkommen logisch) versucht, über Zeichnungen Klarheit für mich zu erlangen. Warum soll das Zeichen einen Fregattvogel darstellen
?                                  
Im Wesentlichen sind es zwei Merkmale, wenn man das Hauptmerkmal des aufgeblähten roten Kehlsack des Männchens weglässt. Farbangaben können die Zeichen als eingeritzte Linien natürlich nicht transportieren. Die sehr langen Flügel, die gabelförmig langen gespreizten Schwanzfedern und der ganz typische  lange Schnabel mit dem Haken an der Spitze sind Merkmale genug, um darin einen Fregattvogel zu erkennen. Abgesichert hatte ich mich durch einen Ornithologen, der diese Zeichnungen akzeptierte ohne
geringste Änderung.

 

 
Das waren Profis, die so eindrucksvolle stilisierte Zeichen des Fregattvogels und der Seeschwalbe erfanden. Einige wenige Linien genügten den Künstlern, um zwei unterschiedliche Vogelzeichen im gleichen „Strich“ zu entwerfen.
 
Wer immer noch glaubt, dass Rongorongo von gelangweilten Männern erfunden wurde, die nichts anderes zu notieren wussten als Zeugungsmythen ihrer längst verlorenen und vergessenen Traditionen, will es nicht anders wissen. Wer immer noch glaubt, dass Rongorongo nichts mit Gestaltung, mit Design, mit Grafik  mit
KUNST
zu tun hat, will es so glauben. Noch nie in der Geschichte der Menschheit ist es gelungen, Menschen zu überzeugen, die nicht überzeugt werden wollten.
 

 
Mit diesen Zeichnungen will ich nach Möglichkeit persönliche Einschätzungen, Vermutungen, Annahmen, Hypothesen und katastrophale Fehleinschätzungen über das „meaning of design“ gar nicht erst aufkommen lassen. Bisher hat kein Rongorongo-Forscher den Beweis einer Zeichendeutung auch über eine „zeichnerische Argumentation“ belegt. 
Hier sind die häufigsten Köpfe, die auf dem Vogelkörper sitzen, es sind aber nicht alle:
 



 
Kein einziges der gelisteten Zeichen hat das Merkmal des Vogels, dessen Anatomie zweifelsfrei auf die  Seeschwalbe hindeutet. Barthel hatte sich an den Köpfen orientiert. Auch diese Zeichenerklärung des deutschen Gelehrten ist unzutreffend.
In der Rongorongo-Forschung sind solche eklatanten Missverständnisse bisher nicht aufgefallen. Es gibt keinen Kommentar oder eine kritische Anmerkung zu dieser offen-sichtlichen Fehldeutung. Ganz im Gegenteil, die 12 Zeichen gelten als „wissenschaftlich gesichert“.
 
Dass die Maori Rongorongo sehr wohl ihre Zeichen zu unterscheiden wussten, ist besonders gut und deutlich zu erkennen, wenn Zeichen unmittelbar nebeneinander stehen, wie hier gezeigt auf der Großen St. Petersburgtafel (Pr 4). Aber auch, wenn sie auf einer Zeile nur durch einige wenige andere Zeichen getrennt auffindbar sind, wie gezeigt auf der Tafel Tahua (Aa 5).

 
 
Makemson 1941: 243
 
479. Pirae-tea, White Sea-swallow; Deneb in the Society Islands. The name suggests the whole constellation of Cygnus the Swan rather than a single star.
 
Auf der Großen St. Petersburgtafel stehen die Zeichen des Fregattvogels und der Seeschwalbe einträchtig nebeneinander. Verbunden mit der Seeschwalbe ist ein kleines Fischzeichen, das ein Hinweis auf die Milchstraße ist. Darüber wurde bereits geschrieben. Deneb, der Alpha-Stern im Sternbild Cygnus (Schwan), steht unmittelbar auf der Milchstraße. Die Sternregion um Cygnus ist so interessant und so häufig in Rongorongo vertreten, dass ich den Stern und das Sternbild ausführlich besprechen werde. 

 

 
 
In den Abschriften von Barthel konnte ich 75 Belegstellen notieren von Zeichen mit Auge. Bei Überprüfung anhand der neueren Abschriften von Fischer fand ich ca.130 Belegstellen. Wahrscheinlich sind es noch mehr, wenn korrekte Abschriften zur Überprüfung verfügbar sind. Wer will, kann ja nun prozentuieren und sich darüber seine eigenen Gedanken machen.
Als Maler ist es mir in „Fleisch und Blut“ übergegangen, dass ein einziger Pinselstrich ein Bild grundlegend verändern kann. Für mich ist es von untergeordneter Bedeutung, wann und wo Rongorongo entstanden ist. Es ist entstanden – das genügt!
 
(Künstlerkollegen in der Südsee wussten sehr genau, warum sie im Millimeterbereich mit abenteuerlich schlechten Werkzeugen in kleinste Zeichen einem Vogel auch noch ein Auge mitgaben. Wie naiv muss man wirklich sein, in solchen
unübersehbaren und  riesengroßen
Details nicht zu erkennen, dass das eigene Unvermögen über fehlende Sachkenntnis zu groß ist, um mit den Zeichen zu arbeiten?)
 
Hat das Auge einen Sinn, wie ich meine, oder haben die Amateure recht, darin nichts von irgendeiner Bedeutung zu sehen?
 

Makemson konstatierte, dass die weiße Seeschwalbe wohl eher für die Sternkonstellation Cygnus steht, als für den Alpha-Stern Deneb im diesem Sternbild. Maud Makemson war in Rongorongo nicht bewandert, sonst hätte sie entdeckt, was mir zu entdecken gegönnt war.
 
Navigation nach Sternen bedeutet nicht, Navigation nach Sternbildern. Nehmen wir doch ganz einfach das Sternbild des Schwans, das  eine sehr große Fläche am nächtlichen Himmel beansprucht, wie auch der Orion, der Stier und eine Menge weiterer Sternbilder. Es ist keine Anweisung für den Navigator, den Bug des Bootes auf das Sternbild X auszu-richten. Das ist viel zu ungenau und bringt das Boot auf einen abweichenden Kurs. Die generelle Anweisung als das grundlegende Prinzip in der polynesischen Seefahrt und überall in Ozeanien kennen wir sehr gut.
 
Die Navigatoren hatten den Auftrag, stets darauf zu achten, dass der Stern, der als Navigationsstern galt, eine exakt definierte Position am Himmel haben musste.
Ihu-ku
 
Von Hawaii kommt die Information, dass unter diesem Begriff sowohl ein einzelner Stern gemeint ist aber in erster Linie
 
probably a general term for any guiding star standing (ku) above the bow of a canoe
 
(Johnson/Mahelona 1975 : 7)

 
Die Navigatoren konnten nur Kurs halten, wenn die drei guiding-stars pro Nacht vor dem Bug des Bootes standen. Das ist die oberflächlichste jemals abgegebene Erklärung des obigen Begriffes. Künftige Forscher mit Kenntnissen über Navigation ohne Instrumente werden uns erklären, was alles aus Rongorongo ganz einfach „abzulesen“ ist, wenn man weiß, wie es geht. 

Um nun das Sterngebiet „Schwan“ zu notieren, genügte ein einziges Zeichen, dieses:



 
 
Noch polynesischer kann man überhaupt nicht denken. Wir haben diese Form einer Logik längst verloren. Wozu ein neues Zeichen? Das Sterngebiet ist bezeichnet mit dem Zeichen der Seeschwalbe und der Chef da oben heißt Pirae-tea und wird personifiziert über ein kleines Auge in dem Zeichen, mit dem sein Herrschaftsgebiet markiert werden kann.
Wieder wurden wir auf ein Detail aufmerksam gemacht, das in 150 Jahren Rongorongo-Forschung von den wenigsten Forschern überhaupt gesehen wurde.
(Man kann sie fallen hören, die Dominosteine, wenn man nur hinhört.)
 
 
Wie schwierig es für Laien ist – fast unmöglich - selbst realistische Zeichen in Rongorongo zu erkennen, möchte ich an einem eklatanten Beispiel demonstrieren.
Zusammen mit den Plejaden war das Sternbild Crux, das Kreuz des Südens, auf nahezu allen Inseln in Ozeanien bekannt unter dem Namen „Moa“, und dahinter steht das Bild einer fliegenden Ente. Nun ist es nicht besonders schwierig, eine fliegende Ente zu zeichnen und dann schrittweise zu abstrahieren, also zu vereinfachen. Das sieht so aus:
 
Ein so häufig vorkommendes Zeichen hatte auch Barthel bemerkt und es beschrieben:                                                                                                                                                              



 
Zeichen 430 ist ein sehr gelungenes, stark vereinfachtes Zeichen einer fliegenden Ente und steht in Rongorongo als eines der Zeichen für das Sternbild Crux. Eine formale Ähnlichkeit zur Anatomie einer Henne oder eines Hahns konnte auch der Ornithologe nicht erkennen.
 
In der Rongorongo-Forschung steht Zeichen 430 für „moa“  und bedeutet Huhn, Junge, junger Mann, junger Krieger, Jüngling -  und ist wahrscheinlich mit noch weiteren Bedeutungen übersetzbar.
 
Sahen die Seefahrer aus Norden kommend die vier Sterne, die ein Kreuz bilden, wussten sie, dass sie den Äquator erreicht hatten.
 
Man muss sich immer wieder daran erinnern, dass Rongorongo zwischen Hawaii im Norden auf ca. +20° N und Neuseeland im Süden auf ca. - 40°S, das himmlische Geschehen beschreibt. Größer war die Welt der Maori Rongorongo nicht! Landgestützte Beobachtungen sind wahrscheinlich überhaupt nicht notiert. Aber das werden Astronomen herausfinden. Das Südkreuz im Gegensatz zum Nordkreuz galt als Ankerpunkt im Süden. Von Hawaii aus beobachtet ist Crux vollständig nur sichtbar in zwei Monaten, wie unten gezeigt

 
Von Neuseeland aus ist Crux zirkumpazifisch zu beobachten, also über das ganze Jahr hinweg. Das verdeutlicht die Grafik. Dazugestellt habe ich die südliche Krone, Corona Australis, die ebenfalls ein Gegenstück im Norden hat in der nördlichen Krone, Corona Borealis.
Die gestrichelten Linien zwischen den beiden Sternbildern sind erforderlich, weil man sonst glauben könnte, dass die Krone und das Kreuz sehr nahe beieinander stehen, was aber nicht der Fall ist.
 
Diese Grafik wird Astronomen nicht zufriedenstellen, aber sie dient ja auch nur dazu, den Lauf der Sterne und Sternbilder über das Jahr hinweg zu zeigen. Ohne zu wissen, wie Crux sich „bewegt“, kann man die Zeichen in Rongorongo nicht verstehen.
Deshalb habe ich eine weitere Grafik angelegt, die nun mit einer astronomischen Darstellung eigentlich nichts mehr zu tun hat. Das muss sie auch nicht, denn es kommt erneut darauf an, zu demonstrieren, was bisher seit 1864 in der Rongorongo-Forschung noch nie demonstriert wurde!
 
Die Kreisbahn des Südkreuzes im Verlauf eines Jahres kann über das Zeichen einer fliegenden Ente dargestellt werden. Wir sprechen von einem aufsteigenden und einem absteigenden Ast oder Bogen, wenn wir die Jahreslaufbahn von Crux beschreiben, was dann natürlich für alle zirkumpazifischen und zirkumpolaren Sternbilder gilt. Ein weiteres Merkmal von der Erde aus zu beobachten ist der höchste und der tiefste Stand des Sternbildes. Das konnten und können selbstverständlich auch heute alle Menschen auf der Welt beobachten. Wir nennen den höchsten Punkt des Sternbildes die obere und den tiefsten die untere Kulmination.
Crux steht zwischen Januar und Februar am tiefsten über dem Horizont und zwischen Juli und August am höchsten über der Kimm, wie man in der Seefahrt die Grenzlinie zwischen der sichtbaren Erde – oder dem Meer – und dem Himmel nennt.
 
(Ich habe in der Literatur nichts gefunden, was die Trennung zwischen Tane und Tangaroa in die zwei Hälften des Pazifik erklärt. Sie kannten diese imaginäre senkrechte Linie zwischen dem Südkreuz und dem Polarstern, wir haben stattdessen den Äquator als eine waagerechte Linie. Möglicherweise ist das Vorbild der polynesischen Trennung darin zu sehen, dass die beiden Bewegungen im Jahreslauf von Sternbildern der nördlichen und südlichen Region nicht waagerecht sondern eben senkrecht verlaufen. Die große Linie über den großen Ozean gezogen entspricht der kleinen Linie im Jahreslauf der Sternbilder. Als Maler sind mir bildhafte Vorstellungen nun einmal geläufiger als abstrakte linguistische Konstruktionen.
 
Meine Einlassung diesbezüglich wird legitimiert durch die fehlenden Informationen über die Ursache der Teilung in das Gebiet Tane und Tangaroa. Auch unser Äquator lässt sich vollständig erklären und das ist kein Zufall.)




 
 
Die vertauschten Himmelsrichtungen stimmen selbstverständlich, denn das Kreuz des Südens ist nur auf der südlichen Halbkugel zu beobachten und mit Blick nach Süden.
 
Anstelle der gezeichneten Ente setze ich nun das Zeichen in die gleiche Position an die vier „cardinal points“. Nur in einer einzigen Stellung ist das Zeichen bereits in senkrechter Stellung. Deshalb eine weitere Grafik, in der die vier Positionen im Jahreslauf der fliegenden Ente mit aufrechtgestellten Zeichen erkennbar sind und mir damit ein zunächst unlösbares Problem vorlegten. Alle vier Zeichen sind gleich – wie man sieht!
 
Das Grundproblem Rongorongo ist erkannt, denn mit Beweisen, die so schwer sind, dass sie unsere Erde platt drücken könnten, gewinnt man überhaupt nichts. Die Feststellung, dass es den Orion gibt und Crux, die Magellanschen Wolken, Canopus und Beteigeuze und die gesamte Mannschaft der „ra-ririki , der kleinen Sonnen“ ist keine sinngebende Aussage und nicht im geringsten wert, notiert zu werden. Zeichenbestimmungen liegen doch nur auf dem Niveau der Feststellung, dass es nachts dunkler ist als am Tag. (Wer hätte das gedacht?)
 
Wir reisen heute wann immer wir wollen, wohin wir wollen, zu welcher Zeit wir wollen. Skifahren können wir das ganze Jahr über, schwimmen auch. In meinem Leben hat in meiner Heimat niemals ein Mensch in den Nachthimmel geschaut, um festzustellen, ob er Oma und Opa schon besuchen kann oder ob er noch zu warten hat.
 
Das war im Pazifik in alter Zeit ganz anders, denn es waren die Sterne, die den Weg wiesen und wenn sie noch nicht am Himmel erschienen waren, musste man warten. Der guiding star und seine „followers“ gaben das Signal zur Abfahrt im Dämmerlicht der aufkommenden Nacht.
Von Hawaii wissen wir, dass es sich um „nine principal navigation stars“ handelte, also um neun hauptsächliche Sterne. Man nannte sie „maka’iwa“ und unter dem Namen Iwa, der sowohl die Zahl neun meint als auch eine „frigate bird (star) formation“ kommt nun erstmals ein Sterndreieck zur Sprache. Die Navigatoren bildeten Sterndreiecke von denen sie 3 in jeder Nacht zur Kursbestimmung brauchten. Das ergibt in der Summe neun Sterne. Sterndreiecke sind in Rongorongo zu finden. Bevor ich darüber schreibe, müssen zuerst die Zeichenerklärung weitergehen, anschliessend können Zusammenhänge hergestellt werden.
 
Rongorongo kann niemals mit Navigation in irgendeinen Zusammenhang gebracht werden, wenn es nicht notierte Kompassstriche gäbe,  und wenn nicht die vorherrschenden Winde und exakte Sternpositionen als Miniaturen in hartes Holz gekerbt, erkennbar wären. Außerdem müssen natürlich die guiding stars notiert sein, was ja auch nachweisbar hier bereits besprochen wurde. Kalendarische Angaben, wenn auch nicht auf den Tag genau, so doch mindestens auf den Monat fixiert, sind unerlässlich, um navigatorische Angaben zu fixieren, die zu Zielen führen und nicht zu vollkommen unkalkulierbaren Risiken!

Sirius galt als guiding star  - diese Feststellung ist aus navigatorischer Sicht nonsense. Wohin führte denn der „himmlische Navigator“ den Bootsnavigator im Pazifik? Zu welcher Zeit im Jahr und von welcher Insel zu welcher anderen? Welche Winde herrschten? Wie sah denn der Sternhimmel aus, denn Sirius ist kein Solotänzer, er hat Kompagnons?
 
Als Schachspieler weiß ich, dass der erste Zug vor dem zweiten erforderlich ist. Die bedrohte Dame wäre unweigerlich verloren – und damit in der Regel auch die Partie – wenn ich nicht zuerst meinen stärksten Spielstein aus der Gefahrenzone bringe, denn anders ist ein zweiter Zug oft nicht mehr nötig.
 
Es kam mir in meiner Forschung anfangs darauf an, so viele Sterne, Sterndreiecke, Sternformationen, Sternbilder etc. wie nur irgend möglich zu erkennen, zu verstehen und auf diesem Weg Rongorongo stückweise abzuarbeiten.
 
(Aus meiner Sicht hat bisher kein Rongorongo-Forscher aus dem „Bauplan Rongorongo“ wirklich abgelesen, sondern „hineingelesen“ und das als Notationen in Form von Texten vorgelegt.)
 
Als die europäischen und amerikanischen Entdecker der Inseln in der Südsee den polynesischen Seefahrern ihr nautisches Besteck erklärten, insbesondere den Kompass, waren diese eher gelassen. Sie waren in keiner Weise davon angetan, geschweige denn überzeugt, sie lehnten diese wunderbare Erfindung eines Kompass für ihre Navigation strikt ab mit einer Begründung:
 
The compass may go wrong – the stars never
(Frei übersetzt: Der Kompass ist nicht immer zuverlässig – die Sterne schon)
 
Das gilt in gleicher Art und Weise für Rongorongo-Forschung. Jede Entzifferung, die nicht mit einer astronomischen Zeichnung als Beweisführung abgesichert ist, sollte künftig grund-sätzlich als unbewiesen erklärt werden. Allenfalls kann geprüft werden, ob die Notation möglicherweise nicht korrekt gekerbt wurde.
 
(Ich sagte wohl überlegt „NOTATION“ – nicht Abschrift ! ! !) Auch Rongorongo-Meister sind nur Menschen gewesen. Die einzige objektive Wahrheit in der Entzifferung der Zeichen sind die Sterne und Sternbilder, sind alle kosmischen Erscheinungen am Himmel in der Nacht, die Menschen damals und heute mit „nackten Augen“ gesehen haben und noch immer sehen. Die himmlischen Konstellationen sind wahrhaftig, man muss sie nicht zur
„Wahrheit lügen“.
 

Das Kreuz des Südens bewegt sich im Laufe des Jahres von Osten nach Westen, bei der Beobachtung auf südlichen Breiten mit Blick nach Süden, also von links nach rechts. Das habe ich bereits über eine Grafik demonstriert.

Was bedeutet aber das Zeichen auf der Tafel Tahua, Aa 6, das die Flugrichtung der Ente von rechts nach links zweifelsfrei zum Ausdruck bringt? Die Antwort ist ganz einfach. Aber dafür habe ich mehr als 20 Jahre gebraucht. Mit einem einzigen Zeichen kann man nicht die Bewegung eines zirkumpazifischen Sternbildes „aufzeichnen“.
Das zeigen meine einfachen astronomischen Zeichnungen. Möglich ist das aber sehr wohl, wenn an dem Zeichen Änderungen vorgenommen werden, die das Grundzeichen immer noch erkennen lassen.
 

 
Zeichenverdoppelungen sind ganz spezielle Informationen in Rongorongo. Es sind nachweisbar mehrere Bedeutungen damit verbunden. Diese zu erklären ist erst möglich, wenn wesentlich mehr Zeichen erklärt wurden und verstanden sind. Es ist die Kür in der Entzifferung und nicht das Standardprogramm zum Verständnis von Zeichen und einfachen Konstellationen. Hier kann ich darauf noch nicht eingehen, sie aber sehr wohl zeigen, weil auch Crux im Verlauf eines Jahres nicht ohne eine Zeichenverdoppelung darstellbar wäre:
 



 
Natürlich weiß ich, dass die „ganz einfachen Zeichnungen“, die vorgeben schwierigste Probleme immer auch ganz einfach erklären zu können,  aber an der Einfachheit des komplizierten Sachverhalts verkommen. Sie sind weder einfach, noch einfach zu verstehen, noch mit einfachen Worten zu erklären – sie sind in der Regel  unverständlicher MIST!
 
Jeder Autor will das vermeiden und wird dabei zum Handlanger seiner Unfähigkeit, wirklich einfach zu erklären. Das muss ich zähneknirschend auch auf mich beziehen. Mea culpa – möge der Leser mir verzeihen!

Die Zeichnung ist alles andere als einfach und leicht zu verstehen. Deshalb beginne ich nun mit ihrer Demontage:
Es geht noch einfacher, indem die gleichen Zeichen in einer Reihe von links nach rechts laufen. So konnten alle 6 Zeichen in den Jahreslauf eingebaut werden. Crux (als fliegende Ente) gehört zu den Zeichen, die niemals um 180° gedreht, also kopfüber, auf den Objekten zu finden sind.
 

 
 Ob meine Verteilung richtig ist, kann ich selbst nicht beurteilen. Aber nun wird wohl sehr deutlich, dass Körper- und Kopfhaltungen niemals zufällig oder willkürlich sind. Niemals wurde „CRUX“ notiert, sondern immer mit dem zeitlichen Auftreten des Sternbildes verknüpft. Damit bekommen aber auch alle Köpfe und ihre Richtung an verschiedenen Zeichen eine wichtige Bedeutung in Rongorongo.
 
(Der Student Spranz wird in die Forschung eingehen als der Erfinder des „Rongorongo-Einheitskopfes“. Mit Köpfen hatte der junge Mann seine Probleme. Das konnte natürlich erst entdeckt werden, als Fischer 1997 neue Abschriften vorlegte. Man findet aber recht häufig sogar identische Köpfe auf den miserablen Abzeichnungen von Fischer und den mit persönlicher Handschrift versehenen Zeichen von Spranz.
 
Rongorongo-Forschung gibt vor, mit Aqua destillata zu forschen, übergeht aber elegant, dass lediglich Gülle in den Reagenzgläsern ist. Wer glaubt, man könne eine Therapie beginnen, ohne vorherige Diagnose zu stellen, darf sich nicht über den Misserfolg beschweren. Rongorongo war die Osterinsel-schrift von Anfang an, weil man es in der Wissenschaft und Forschung „so bestimmte“.)
 
Die Aufreihung der Zeichen in Rongorongo und ihre Zuordnung zur jahreszeitlichen Sicht-barkeit, wird erstmalig in der Forschung zur Diskussion gestellt. Ich bin Maler und habe die Ordnung nach formalen Aspekten zusammengestellt. Astronomen werden eine andere Form der Erklärung zum Verständnis einbringen. Ein Maler hat nun einmal nicht das Fachwissen – dennoch ist die Sprache der „Rongorongo-Bilder“ in seiner Kompetenz und markiert durchaus einen erfolgversprechenden Weg zu einem neuen Verständnis, das sich seriös beweisen lässt.
Niemand kann ernsthaft bestreiten, dass die Zeichen nach einer festgelegten Ordnung als Abfolge bildhafter Informationen angelegt sind. Hier haben Schrift und Sprache, Texte und angeblich schriftkundige Gelehrte von der Osterinsel nichts mehr zu sagen. Die Bilder in den Zeichen sind sehr gesprächig und man muss eigentlich nur gut zuhören.
 
Für den April habe ich die obere Kulmination von Crux angegeben. Bildhaft stehen sich zwei fliegende Enten gegenüber, die eine symbolisiert den aufsteigenden und die andere den absteigenden Ast im Jahreslauf des Sternbildes. Das ist noch längst nicht die ganze Information in dem Zeichen auf der Tafel Tahua. Die ganze Information kann man erst dann verstehen, wenn die zeichnerische Analyse aufdeckt, welche Zeichen diese Kombination bilden.

 
Die beiden gegenläufigen Teilzeichen der fliegenden Ente sind über ein weiteres Zeichen
verbunden. Die Maori Rongorongo waren große Meister in der hohen Kunst der „zeichnerischen Zitate“, um solche Verbindungen von Zeichen herzustellen. 
Ich schließe es aus, dass Laien in der Lage sind, derartige komplizierte Zeichenkombinationen überhaupt zu erkennen und dann in die Bestandteile zu zerlegen. Das ist nur sehr erfahrenen Profis möglich und auch erst nach vielen Jahren intensiver Studien über das Design der Zeichen. 
Dass man dafür den Zeichenbestand im Kopf haben muss, ist doch wohl selbstverständlich.
 

 
Keineswegs selbstverständlich war, dass mich diese grafische Lösung nicht zufriedenstellte!
Es war wieder einmal das Schwanken zwischen JA und NEIN, was ein ständiger Begleiter der Rongorongo-Forschung ist. Meine Unzufriedenheit war natürlich berechtigt, denn diese gewellte Linie, über die beide Moa-Zeichen verbunden sind, ist typisch für zwei Zeichen in Rongorongo, für diese:
 

 
Das ist zunächst ein unbefriedigender Befund und es scheint so, dass er nicht zu erklären ist. Aber das wiederum ist keinesfalls so, man kann mit einigem Forscherglück sehr wohl diese „abstrakten“ Zeichen erklären. Aber:
 
Es gibt keine abstrakten Zeichen in Rongorongo,
es gibt auch keine geometrischen Zeichen in Rongorongo
es gibt keine zoomorphen Zeichen in Rongorongo.
 
Jedes Zeichen hat realistische Vorbilder – also auch Zeichen Nr. 28 und 29.
 
Das war der Grund meiner Unzufriedenheit, denn die gewellte Verbindungslinie zwischen den beiden Crux-Zeichen könnte sehr wohl von Zeichen 28 als auch von Zeichen 29 abgenommen sein. Da haben wir wieder einmal „flip the coin“ – bei Zahl 28, bei Kopf 29?
(So geht das aber nicht, das hat die bisherige Forschung doch eindrucksvoll demonstriert.)
Es führt kein Weg daran vorbei, die Bedeutung der beiden Zeichen zu finden und zu bestimmen.
 
Im Laufe der Jahre hatte ich eine Liste angelegt von Sternen und Planeten, von Sternbildern und anderen Konstellationen, deren gemeinsamer Nenner darin bestand, als navigation oder guiding star ausgewiesen zu sein. Dabei war mir die Herkunft der Information gleich-gültig, denn Polynesien, Mikronesien, Melanesien - und bevorzugt sogar Insel-Asien - waren ausreichend, um von mir gelistet zu werden. Als es dann gelang, die kai-Sterne in Rongo-rongo zu identifizieren, die als Navigationssterne galten, konnte ich nach und nach einen Haken setzen an die Namen, deren Zeichen in Rongorongo zu finden sind.   
Zwar wissen wir noch nicht, was das Zeichen Nr. 29 bedeutet – aber eine außerordentlich bedeutsame Information können wir bereits ablesen. Die Hieroglyphe gehört in die kleine Gruppe der Zeichen, die als kai-Sterne zur zielorientierten Fahrt im Pazifik von Insel zu Insel den Navigatoren den Weg wiesen. Das ist eine vorzügliche Ausgangsposition zum Bestimmen eines Zeichens!
 
Es gehört nicht zu einer so genannten Allgemeinbildung, die von Nichts etwas weiß, aber vorgibt, von Allem etwas zu wissen, in den Buchstaben LMC und SMC zu erkennen, was damit gemeint ist. Deshalb ist es auch meine verdammte Pflicht und Schuldigkeit, zu erklären, was die meisten an Rongorongo interessierten Leser nicht kennen, wenn sie – wie ich – auf der nördlichen Hemisphäre zu Hause sind. Dass diese Erklärung mit Rongorongo zu tun hat, ist doch wohl klar – oder?
 
Es war ein sehr eindrucksvolles Erlebnis für mich, als ich das erste Mal bei Dunkelheit auf der südlichen Halbkugel stand und nach zwei grauen Flecken am Nachthimmel Ausschau hielt. Egal, zu welcher Zeit Sie auf der südlichen Halbkugel stehen, die beiden grauen Flecken sind ganzjährig zu beobachten.
Bei guter Sicht sind zwei Zwerggalaxien zu sehen, die eine davon ist ca. 163.000 Lichtjahre (Lj) entfernt und besteht aus ca. 15 Milliarden Sternen, die andere ist ca. 200.000 Lj  weit weg von uns und zählt nur ca. 5 Milliarden Sterne. Die Menschen auf der Südhalbkugel kannten diese Galaxien schon in prähistorischer Zeit und der persische Astronom Al Sufi hatte sie bereits 964 beschrieben in seinem Buch der Fixsterne.
Wir auf der nördlichen Hemisphäre lebenden Menschen hörten erstmals von dem portugiesischen Seefahrer, Kapitän Magellan (1480 – 1521), von diesen Zwerggalaxien, die er auf seiner Weltumseglung zwischen 1519 – 1521 auf der Südhalbkugel am Himmel in der Nacht entdeckte. So nennen wir heute diese Objekte nach dem Entdecker mit  Große und Kleine Magellansche Wolke. International werden englische Bezeichnungen verwendet, also LMC für Large Magellanic Cloud und SMC für Small Magellanic Cloud. 
 
Alle Abbildungen der beiden Zwerggalaxien, die ich im Internet und in zahlreichen Büchern fand, hatten nicht die kleinste Gemeinsamkeit mit Zeichen 28 und 29. Es waren durchweg Teleskopaufnahmen, also unbrauchbar für meine Forschung. Dann kam ich auf die Idee, in älteren Astronomiebüchern nachzusehen, die vor dem Weltraumteleskop Hubble und anderen VLT’s (Very Large Telescope) enstanden. Das wurde ein Volltreffer:
 
 
Es wäre mir niemals gelungen, die Zeichen 28 und 29 mit den Magellanschen Wolken in Verbindung zu bringen, wenn ich nicht die Zeichen „im Kopf“ gehabt hätte. Mich traf der besagte 100.000 Volt Stromschlag, als ich zwei kleine Abbildungen sah, deren Kontur ich sofort mit Zeichen in Rongorongo in Verbindung bringen konnte. Es ist weder Angeberei, noch ein Imponiergehabe, noch irgendeine andere zweifelhafte vorgeschobene Forderung, wenn ich nach wie vor von jedem Rongorongo-Forscher verlange, die Zeichen auswendig zu kennen – oder  abzutauchen. Wie soll das denn anders funktionieren, wenn ein Forscher nicht einmal den Gegenstand seiner Forschung beherrscht?
Natürlich setzt das etwas voraus, was eigentlich nicht so richtig erlernbar ist. Man bringt eine Disposition für das sichere Erkennen grafischer Zusammenhänge mit auf die Welt. Erfahrene Meister können dieses Talent in jungen Menschen fördern, sie können es ihnen aber nicht beibringen. Talent ist nicht lehrbar und deshalb auch nicht zu erlernen.
 
In Rongorongo sind ganz einfache und ganz komplizierte grafische „Tatbestände“ meisterhaft versteckt. Zuerst muss man natürlich die ganz einfachen Zusammenhänge erkennen, um sich dann sehr behutsam und mit viel Geduld nach und nach an Kombinationen heranwagen, die nicht sogleich erkennbar sind.

Es gibt dafür ein Beispiel, das jeden Menschen bisher sprachlos gemacht hat.
 
Zwei Zeichen sollen miteinander verbunden werden, das Zeichen für Osten und das Zeichen, das zweifelsfrei ein Steinbeil symbolisiert: 

 
Das Stabzeichen kann für Osten stehen, das Steinbeil-Zeichen in dieser Form steht für die Wega im Sternbild Lyra (Leier). Das genügt an dieser Stelle. Um nun beide Zeichen zu verbinden, brauche ich einen kleinen Steg, dafür biege ich ganz einfach das Ende des Steinbeil-Zeichens um und mache nun etwas, was wahrscheinlich kein Leser bemerkt, weil es doch so selbstverständlich ist: die Verbindung von toko (Stab) und toki (Steinbeil) habe ich in einem Winkel von ca. 90° gezeichnet!
Das habe ich fast 40 Jahre lang so gemacht – mir nichts dabei gedacht und auch nichts bemerkt!
 
Barthel hatte richtig erkannt, dass hier Stab und Steinbeil verbunden sind, es sich demnach um zwei Zeichen handelt. Die meisten Zeichen in Rongorongo werden aber auch um 180° gedreht gebraucht, weil darin eine Information steckt. Also drehen wir das Steinbeil um:

 
Um die Sache nicht so kompliziert zu machen, wie sie wirklich ist, arbeite ich nun nur mit dem um 180° gedrehten Zeichen, wobei die Klinge nach links zeigt.
 
Um toko und toki zu verbinden, brauche ich keinen Steg, denn die Klinge ist bereits ideal geeignet, Stab und Beil zu verbinden:

 
Eine solche einfache Verbindung ist eigentlich bereits auf den ersten Blick zu erkennen. Dabei ist es unerheblich, was die Zeichen bedeuten. Es ist viel wichtiger, nun alle Vorkommen zu untersuchen und (nach 40 Jahren dann doch noch – wenn auch etwas verspätet) herauszufinden, wonach vor mir kein Mensch suchte . . .
 
Aber zunächst kommt das Unglaubwürdige, das, was doch eigentlich nicht sein kann, weil nicht sein darf, aber leider so geschehen ist. Thomas Barthel hatte in 35 Jahren Rongo-rongo-Forschung nicht erkannt, dass lediglich das Steinbeil umgedreht mit dem Stabzeichen verbunden ist und er erkannte darin ein eigenes Zeichen, das er übersetzte mit „haka“, d.h. „machen“ und alle ähnlichen Begriffe, die das beinhalten. In der Forschung gilt das als gesichert und wurde von mehreren Wissenschaftlern auch so eingesetzt.
 
Hier endet mein Verständnis für die Forschungen von Barthel und von allen Forschern, die nicht in der Lage waren und sind, einfachste grafische Zusammenhänge zu erkennen.
Bisher war das ein Exkurs  unter dem Titel: „Rongorongo für Anfänger“.
 
Der nächst höhere Schwierigkeitsgrad zeigt sich in diesem Zeichen:

 
Sehen Sie bitte genau hin – nur dann erkennen Sie
ZWEI
Steinbeil-Zeichen, die lediglich übereinander gelegt wurden und so den Eindruck erwecken, als sei es ein einziges Zeichen. Um es deutlich zu machen, habe ich eines der Zeichen rot eingefärbt:
 
 
Lediglich der Winkel, der sich bereits im Steinbeil-Zeichen befindet und nicht erst erfunden werden muss, ist der sehr gut versteckte Hinweis darauf, dass zwei Zeichen zu einem einzigen verschmolzen sind. Das ist professionelle Arbeit, die nur die besten unserer Zunft zustandebringen. Entdecken kann man das nur, wenn man die „Handschrift und die Denkweise“ der Erfinder verstanden hat und sie zu einem Teil seiner Selbst geworden sind. Ein Wissenschaftler kann berechtigt fordern, das „meaning of design“ herauszuarbeiten – er selbst wird es eher nicht entdecken.
 
Der Stern Wega ist ein so wichtiges Zeichen in Rongorongo, dass ich es an dieser Stelle nur erwähne, aber nicht weiter bearbeite. Das wird sehr ausführlich geschehen und dabei werde ich Zeichenkombinationen vorstellen, die das Genie der Erfinder erneut unter Beweis stellen.
 
Das war eine kurze Einlassung, die ich für wichtig hielt. Zurück zum Sternbild, das wir das Kreuz des Südens nennen und damit bereits erkennen lassen, dass es auch ein Kreuz des Nordens gibt.
Vom gleichen Standort aus beobachtet kann es sich aber auch um LMC handeln, denn diese Zwerggalaxie steht zwischen Mai/Juni ziemlich genau unter Crux.

 

 
Und wieder habe ich mich eingelassen auf etwas, dass ich nicht professionell beherrsche.
Um solche Zusammenhänge mit Sinn und Verstand dem Leser zu erklären, braucht es andere Kenntnisse als solche, die ich einbringen kann.
 
In Rongorongo sind ca. 450 Belegstellen zu finden mit kai-Sternen, also mit Navigations-sternen. Es sind ca. 600 bis 1000 Belege auszumachen, die Himmelsrichtungen angeben. Die vorherrschenden Winde zeigen sich auf ca. 250 Belegstellen, noch nicht besprochen sind die beiden elementaren Begriffe in der Navigation nach Sternen „raro“ und „runga“. Ich werde an dieser Stelle nicht einmal erklären, was die Begriffe bedeuten. Sie sind im Zusammenhang mit Winden gebräuchlich gewesen. In Rongorongo finden sich mehrere solcher Belegstellen.
Die Sternnamen und die Namen der Planeten, Sternbilder, Sterndreiecke, Ekliptik und das Interieur seemännischer Arbeit sind in Rongorongo verarbeitet zu finden.
Da haben Sie nun das Leitmotiv, das ist der durchgehende Inhalt der Notationen, für den man weder Schrift noch Sprache braucht – aber verständliche Bildzeichen!
 
Bei dem Zeichen auf der Tafel Tahua kann es sich nicht um eine Notation handeln, die die Protagonisten in den November versetzen. Man muss zur Beobachtung bereits in Neuseeland auf ca. 40° S stehen, um Crux und die beiden Zwerggalaxien im November beobachten zu können. LMC und SMC sieht der Beobachter oberhalb der kreuzförmigen Sternformation.
 
(Auch ein solcher Befund lässt sich nicht wegforschen, nur weil er die gesicherten Unkenntnisse über Rongorongo so überdeutlich vorführt.)
 
Ohne fundierte Kenntnis in Astro/Navigation kann niemand Rongorongo entziffern.
ICH AUCH NICHT !
Ohne grundlegendes Wissen über astronomische Gegebenheiten, über den Lauf der Sterne und Planeten, über den Mond in seinen vielfältigen Erscheinungen und über alles das, was Menschen in über 8.000 Jahren intensiver Beobachtungen des Nachthimmels lernten und erkannten, es dann beherrschten, um es für sie nutzbringend anzuwenden, ist Rongorongo nicht zu knacken. 
 

Wir haben seit 1864 bis heute über Forschung nichts von Rongorongo verstanden, weil wir mit falschen Werkzeugen gearbeitet haben, weil bisher nur solche Fachleute sich einer Aufgabe stellten, für die ihr Wissen und Können nicht ausreichte. Es sind keine Texte notiert und es ist nicht in einer Sprache fixiert, die man verstehen muss.
 
Werden Texte in einer bislang unentzifferten Schrift vermutet, so ist es ein „literarisches“ Problem, handelt es sich um Zahlen, so ist es ein „mathematisches“ Problem. Rongorongo ist aber in erster Linie ein „künstlerisches“ Problem, das erkannt werden kann aber dessen Lösung auf meiner Ebene nicht ausreicht, um das ganze System zu begreifen.
 
Kein Künstler kann astronomische Zeichnungen vorlegen, die exakt und fehlerfrei aufzeigen, worum es sich handelt. Das muss er ja auch nicht können. Er muss sein Anliegen mit seinen Mitteln dem Leser und jedem an der Sache interessierten Menschen verdeutlichen. Zeichnungen helfen dabei, aber sie sind nicht die endgültige Lösung.
 
Rongorongo-Forschung, wie es Thomas Barthel über 35 Jahre hinweg betrieb, ist mit ihm ausgelaufen und wird in der Form nie wieder anlaufen. Der „lonely wolf“ als Einzelkämpfer ist hoffentlich ein Auslaufmodell in der Rongorongo-Forschung.
 
INTERAKTION – DAS ZAUBERWORT MUSS REANIMIERT WERDEN.


 
Die Zeichen für Crux und die Magellanschen Wolken sind noch lange nicht abgehandelt. In der nächsten Folge geht es weiter.
Der „fliegenden Ente“ habe ich ein Bild gewidmet, das sich nicht mit wenigen Worten erklären läßt.
Das Format ist 50 x 50 cm. Gemalt in Öl auf Zinnfolie, die auf eine Leinwand kaschiert wurde.
 
 

 
 

 

 


 

 

 

 

 
 
 
 

 
 
 

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